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Aktivität des Asthmas - Häufigkeit der Einnahme des Bedarfssprays

Die Aktivität der Asthmaerkrankung kann (auch) anhand der Einnahmehäufigkeit des Bedarfssprays (= kurz wirksames Beta-2-Mimetikum) beurteilt werden. Die Gründe, wegen denen vermehrt zum Bedarfs- oder Notfallspray gegriffen werden muss, können Folgende sein:

1. Eine nicht ausreichende Dauertherapie

Ist die Dauermedikation richtig eingestellt, so braucht man das Notfallspray gar nicht oder man muss es nur einmal pro Tag/Nacht einnehmen. Übersteigt die Häufigkeit der Einnahme diesen Richtwert ständig oder über mehrere Tage, so kann dies darauf hindeuten, dass für die aktuelle Schwere des Asthmas die Behandlung mit den Dauermedikamenten nicht mehr ausreicht. Eine Neuanpassung oder konsequentere Einnahme der Dauermedikamente ist evtl. erforderlich.

2. Die Erkrankungsschwere nimmt zu

Dies ist selten die Ursache. Eine Zunahme der Erkrankungsschwere bahnt sich meist über einen längeren Zeitraum an und entwickelt sich nicht innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen.

3. Der Kontakt zu den Asthmaverursachern ist erhöht

Dies ist beispielsweise in der Pollenflugsaison der Fall, wenn der Asthmatiker auf die umherfliegenden Allergene reagiert. Es kann dann ratsam sein, die Dauermedikamente vorübergehend für die kritische Zeitspanne zu erhöhen.

4. Eine Infektion der Atemwege bahnt sich an

Am häufigsten ist der zunehmende Bedarf an Rettungsspray durch eine sich anbahnende Infektion zu erklären. Durch die Infektion (bsp. Erkältung) nehmen die Beschwerden wieder zu. Die Behandlung mit den Dauermedikamenten muss erhöht werden. Dies kann auch bedeuten, dass bsp. über einen Zeitraum von fünf Tagen Kortisontabletten eingenommen werden müssen. Nimmt der Auswurf eine grünliche bis gelbliche Färbung an, so muss auch mit Antibiotika therapiert werden.

Vorbeugende Anwendung des Rettungssprays

Das Bedarfsspray kann nicht nur bei einem akuten Asthmaanfall eingesetzt, sondern auch zur Vorbeugung verwendet werden.

So kann es bei sportlichen Anstrengungen vor Atemnot und Husten schützen. Man greift auf diese Art der Prophylaxe zurück, wenn trotz Dauermedikation bei sportlicher Betätigung Beschwerden auftreten. Dazu kann man 15 bis 20 Minuten vor dem beabsichtigten Sport ein kurz wirksames Beta-2-Mimetikum (bsp. Berotec®, Bricanyl®, Sultanol®) oder als Alternative eine Tablette Singulair® (10 mg Erwachsene, 5 mg Kinder) einnehmen.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 26.11.2009

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