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Grundsätzliches zur medikamentösen Asthmabehandlung

Warum muss das Asthma mit Medikamenten behandelt werden?

Vornehmliches Ziel der Asthmabehandlung ist die Vermeidung von Asthmaanfällen, damit der Betroffene nicht in seiner Lebensführung eingeschränkt ist. Was viele Patienten jedoch nicht wissen, ist, dass bei Asthma eine dauerhafte Entzündung der Bronchien vorliegt. Bleibt diese Entzündung unbehandelt, kommt es immer häufiger zu Asthmaattacken.

Ein weiteres Ziel der Asthmabehandlung ist es daher, die Ursache der Asthmaanfälle - die Atemwegsentzündung - zu behandeln. Findet diese Behandlung nicht statt, so kann die Erkrankung von der leichten in eine schwerere bis ganz schwere Form übergehen. Die Entzündung verursacht dann einen allmählichen Umbau der Atemwege mit Narbenbildung. Die Atemwege werden unelastisch und die Atmung ist dauerhaft beeinträchtigt.

Bedrohlich dabei ist, dass sich die Symptome (bsp. Luftnot) dann nicht mehr mit den zur Verfügung stehenden Medikamenten behandeln lassen. Es bestehen trotz aller Asthmamittel Beschwerden. Die Folge sind massive Einschnitte in der Lebensführung (Arbeit, Beeinträchtigung des Familienlebens). Besonders bei der schwersten Asthmaform (Stadium IV) besteht die Gefahr, an der Erkrankung zu Tode zu kommen.

Um diesen dramatischen Verlauf der Erkrankung zu verhindern, ist es absolut notwendig, das Asthma so früh als möglich adäquat zu behandeln. Dies ist insbesondere nötig, wenn bereits regelmäßig Beschwerden bestehen. Dann reicht es nicht mehr aus, nur im Bedarfsfall die Notfallmittel anzuwenden, sondern es muss auch in der beschwerdefreien Zeit die Behandlung der Atemwegsentzündung erfolgen. Nur dann ist die weitere Lebensführung nicht eingeschränkt.

Warum werden bereits Kinder mit den Mitteln behandelt?

Die Ursache für Asthma bei Kindern ist auch die anhaltende Entzündung in den Bronchien. Diese wird ursächlich behandelt. Weitere Behandlungsziele sind es, Dauer- und Spätschäden zu vermeiden.

Bei Kindern mit nächtlichen Beschwerden und mehrmals wöchentlich auftretenden Symptomen gelten als Mittel der ersten Wahl inhalative (= eingeatmet, nicht geschluckt!) Kortikosteroide ("Kortison") (Empfehlung der Deutschen Atemwegsliga 2005). Nur die kortisonhaltigen Sprays reduzieren die Entzündungsreaktion. Außerdem wirken sie hemmend auf die Schwellung der Bronchialschleimhaut und verbessern die Wirkung der bronchienerweiternde Medikamente.

Inhalative Kortisonpräparate stellen auch bei Kindern die wirkungsvollsten Medikamente gegen die Verschlechterung der Lungenfunktion dar!

Werden diese Medikamente dem erkrankten Kind vorenthalten, erhöht sich das Risiko, dass das Kind in späteren Jahren schwer an Asthma erkrankt und erhebliche Einschränkungen in der Lebensführung in Kauf nehmen muss. Die sogenannte "Kortisonangst" mag mit folgenden Argumenten entkräftet werden: Bei den heute zur Verfügung stehenden inhalativen Medikamenten ist bei richtiger Anwendung mit unerwünschten Nebenwirkungen nicht zu rechnen. Die modernen Präparate gelangen nur in geringen Mengen in die Blutbahn und werden dort sofort abgebaut und ausgeschieden.

Was darf man von einer Asthmatherapie erwarten?

Mit den heute zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten - zu denen auch die Asthmamedikamente gehören - sind in den meisten Fällen folgende Ziele möglich:

Natürlich erreicht man diese Ziele nicht durch die einmalige Einnahme eines Medikaments, sondern man muss etwas mehr dafür tun. Dazu gehört es beispielsweise, in der beschwerdefreien Zeit zu inhalieren, bestimmte einfache Atemtechniken zu erlernen, und sich überhaupt mit seiner Krankheit auseinanderzusetzen. Das konsequente Ignorieren der Atemwegserkrankung führt nicht zum Ziel. Auch wächst sich Asthma in der Pubertät nicht einfach aus. Die Beschwerden muss der Erkrankte natürlich selbst aushalten, aber nicht ausreichend therapiertes Asthma belastet auch das Familienleben!

Bei den schwersten Krankheitsformen (insbesondere Schweregrad IV) können die Ziele mit den heutigen Mitteln nicht immer ganz erreicht werden.

In jedem Fall sind formulierte Therapieziele aber sinnvoll. Sie können auch weniger ehrgeizig ausfallen, wie beispielsweise: "An den meisten Tage keine Beschwerden haben". Formulieren Sie zusammen mit ihrem Arzt die Therapieziele. Fragen Sie ihn ganz genau mit welchen Behandlungsmöglichkeiten und in welchem Zeitraum Sie diese Ziele erreichen können.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 26.11.2009

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