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Wichtige Lungenfunktionswerte

Bei einer Lungenfunktionsmessung (Spirometer oder Ganzkörperplethysmographie) werden eine Reihe von Werten ermittelt, die man in abgekürzter Form aufführt. Die Abkürzungen werden im Folgenden erläutert. Zudem wird auf die Werte näher eingegangen, die für die asthmatische Erkrankung besonders aussagekräftig sind.

Abhängig von der Größe, dem Gewicht und Geschlecht gibt es Normwerte für die einzelnen Messungen.

Aufgeführt werden immer der Normwert, der gemessene Wert und Angaben darüber, wie viel Prozent des Sollwertes (= Wert, der bei einem Gesunden zu erwarten ist) erreicht wurden. Die Messergebnisse werden zum Teil auch in Diagrammen dargestellt (bsp. Fluss-Volumen-Diagramm).

Zur Beurteilung werden nicht nur die Messwerte herangezogen. Wichtig sind auch das Aussehen der Kurven und Diagramme sowie das Verhältnis der Werte untereinander.

Zu den sogenannten dynamischen Lungenvolumina zählen:

Weitere wichtige Werte:

VC (oder IVC bzw. VK) = Vitalkapazität

Hierbei handelt es sich um das maximal mobilisierbare Lungenvolumen, welches nach einer kompletten Ausatmung maximal eingeatmet werden kann. Dieser Wert kann bei einer eingeschränkten Dehnbarkeit der Lunge beim Atmen oder durch eingeengte Atemwege vermindert sein.

Davon unterschieden wird die forcierte Vitalkapazität (FVC). Sie stellt das Atemvolumen dar, welches nach kompletter Einatmung forciert maximal ausgeatmet werden kann.

PEF („Peak flow“) = Maximaler exspiratorischer Spitzenfluss

Er lässt sich aus der sogenannten exspiratorischen Fluss-Volumen-Kurve ermitteln. Es wird die höchste Luftströmung beim schlagartigen und heftigen Ausatmen gemessen. Die Angabe des Wertes erfolgt in Litern pro Sekunde oder Litern pro Minute.

Da die Atemwegsweite den maximal zu erreichenden Fluss beim Ausatmen bestimmt, lässt der PEF-Wert auf das Ausmaß der Atemwegsverengung schließen. Bei Asthma ist er erniedrigt.

MEF 25,50, 75 = Maximaler exspiratorischer Fluss bei 25, 50, 75 Prozent der forcierten Vitalkapazität (FVC)

Auch dieser Wert ist aus der exspiratorischen Fluss-Volumen-Kurve ersichtlich. Für die Beurteilung der asthmatischen Erkrankung ist besonders der MEF50%-Wert wichtig. Synonym wird auch die Bezeichnung FEF50% verwendet. Eine isolierte Verminderung des MEF25-Wertes spricht für eine periphere Verengung der kleinen Atemwege. Dies ist ein typischer Befund bei Rauchern.

Raw = Resistance = Atemwegwiderstand

Gemessen wird der Widerstand in den Bronchien, den der Luftstrom bei der Atmung überwinden muss. Der Wert wird bei der Ganzkörperplethysmographie ermittelt. Da bei Asthma die Bronchien verengt sind, ist der Widerstand erhöht.

FRC = funktionelle Residualkapazität

Dieser Wert ist die Summe aus dem Residualvolumen (RV; Luft das immer in der Lunge verbleibt) und dem exspiratorischen Reservevolumen (ERV, welches nach dem normalen Ausatmen mit Anstrengung noch abgeatmet werden kann).

Bei einem Asthma bronchiale sehen die Befunde häufig folgendermaßen aus:

VC (Vitalkapazität)

FEV1
(forcierte Einsekunden-kapazität)
FEV1/
VC
(relativer Wert)
FRC

(funktionelle Residual-kapazität)

MEF50
=
FEF50

(maximaler exspiratorischer Fluss)

leicht erniedrigt bis normal

erniedrigt
erniedrigt

Erhöht => die Luft kann nicht ausgeatmet werden

stark erniedrigt

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 26.11.2009

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